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In diesem Post wird das Konzept des “Flipped Classrooms” erläutert. Ferner werden Sie nach Ihrer Meinung gefragt.

Das Konzept

In Kursen wird neues Wissen häufig während des Unterrichts präsentiert. Die Lernenden üben das neu erworbene Wissen zu Hause ein und entwickeln so weitere Kompetenzen. Dies ist die “traditionelle” Lehrmethode.

Im “umgedrehten” Modell hingegen erfolgt zu Hause die Aneignungen neuen Wissens, das dann im Unterricht eingeübt wird.

Der Arbeitsablauf wird in diesem Video der University of Texas erläutert.

What is a flipped class? from UT Austin CTL on Vimeo.

Vorbild Khan-Academy?

Das Konzept ist nicht neu. Aber in den letzten Jahren hat dieses Konzept viel Zuspruch erfahren. Grund dafür ist u.a. der Erfolg, den Salman Khan mit seiner “Khan Academy” hat(te). Auf der TED-Konferenz des Jahres 2011 erläuterte er sein Konzept und seine Pläne, die er mit seinem Projekt verfolgt.

Oft wird im Zusammenhang mit dem umgedrehten Unterricht der Einsatz von Videos (Screencasts oder andere Formate) angewendet. Es ergeben sich hierbei eine Reihe von Problemen:

  • Videos verleiten zur frontalen Vermittlung. Konzepte wie induktive Grammatikvermittlung lassen sich mit Videos nur schwer umsetzen. Wenn Sie aber eine Idee haben, wie es doch ginge, lassen Sie es mich bitte in den Kommentaren wissen.
  • Sie müssen das Verständnis sichern.
  • Die Videoerstellung ist zeitaufwändig. Deswegen werden einmal entwickelte Lösungen nicht abgeändert, auch wenn es u.U. ratsam wäre.

Diskutieren Sie unten, wie Sie diesen Nachteilen begegnen würden.

Vor- und Nachteile

Pädagogischer Natur

Die Umkehrung des Unterrichts bedeutet, dass Sie mehr Zeit für die individuelle Betreuung haben. Lernende, die gut allein zurecht kommen, können allein arbeiten. Gibt es jedoch welche, die Probleme haben, können Sie diese gezielt fördern. Deswegen kommt es dem Konzept der Binnendifferenzierung entgegen.

Jedoch muss man kreativ sein, um neues Wissen nicht nur frontal zu vermitteln. Darüber hinaus muss man aufpassen, dass den Lernenden nicht zu viel Stofffülle zugemutet wird.

Ökonomischer Natur

Gute Lösungen lassen sich so einfach wiederverwerten. Dadurch benötigt man auf lange Sicht weniger Zeit für die Vorbereitung und kann sich so besser um einzelne Lernende kümmern.

Wie oben schon besprochen wurde, besteht tatsächlich besteht aber die Gefahr, dass man sich mit Lösungen zufrieden gibt, die zwar nicht wirklich gut sind, aber “ihren Dienst tun”. Das kann zu Kosten der Vermittlungseffizienz gehen.

Darüber hinaus wird eine gute Ausrüstung gebraucht. Die Lernenden sind gewöhnt, auch auf Oberflächen wie YouTube qualitativ hochwertigen Filmen zu sehen. Deswegen benötigen Sie ein gutes, rauscharmes Mikrofon, eine gute Kamera und gute Software, um Screencasts, Videos, Online-Einheiten und andere Medienformate zu erstellen.

Abschließend besteht immer die Gefahr, in Konflikt mit dem Recht zu geraten. Das sollte Sie aber nicht erschrecken. Sie sollten aber wissen, was Sie beachten müssen.

Weitere Ideen?

Gibt es Punkte, die vergessen wurden? Hinterlassen Sie einen Kommentar. Vielleicht hilft Ihnen Chris Waterworths Präsentation (s.u.) auch weiter.

Best Practice (Grundschule)

Best Practice sind Modell-Lösungen von Lehrenden. Tatsächlich sind die dabei geteilten Erfahrungen wichtig für die eigene Unterrichtspraxis. Viele medienaffine Lehrende teilen ihr Wissen über Twitter, deshalb lohnt es sich, ihnen zu folgen.

Diskutieren Sie.

Sammeln Sie Fragen, Probleme und wie Sie den oben diskutierten Problemen begegnen würden. Antworten Sie auch auf Kommentare der anderen Studierenden.

Update (17.04.15)

Das äußerst lesenswerte Blog Free Technology for Teachers hat ein interessantes Post, in dem in fünf Videos Tipps zum Flipped Classroom gegeben werden.

Stimmen Sie ab.

Würden Sie das Flipped-Classroom-Konzept ausprobieren?





Welche Themenbereiche halten Sie für (besonders) geeignet, um mittels Flipped-Classroom umgesetzt zu werden? (max. 3 Antworten sind möglich)








Martin Döpel
Lehrbeauftragter an der FSU Jena. Vater einer Tochter und Promovend. Ich koche gern und fahre gern Rad.

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