Home » Konzepte » Was ist ein Rubric?

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In diesem Seminar haben Sie 21-mal die Möglichkeit, das Bewerten von Leistungen zu üben. Einmal werden Sie selbst bewertet. Zu jeder Präsentation wird es ein Formular geben, in dem Sie Punkte vergeben sollen. Ferner haben Sie die Möglichkeit, kurze Texte zu schreiben und den anderen Studierenden so mitzuteilen, was sie schon recht gut gemacht haben und was sie noch verbessern könnten.

Die Schwierigkeit der Bewertung von Vorträgen, Aufsätze etc.

Verständnis- und Grammatikaufgaben lassen sich relativ leicht bewerten. Pro richtiger Antwort werden Punkte vergeben und in Lücken kann man auch halbe Punkte vergeben (z.B. wenn ein richtiges Verb verwendet wurde, es jedoch falsch konjugiert wurde).

Aufsätze und Vorträge sind jedoch schwieriger zu bewerten. Es gibt nicht wenige Lehrende, die sich da ganz gern auf ein “Bauchgefühl” verlassen. Dies ist jedoch selten objektiv, so groß der Bauch auch sein mag. 😉

Objektivierung durch Rubrics

Rubrics sind dann ein geeignetes Mittel, die Bewertung zu objektivieren.

Zunächst müssen Sie Kriterien definieren, die bewertet werden sollen. Für die Screencasts sind das diese:

  • Inhalt: Eigentlich ist damit gemeint, wie die Aufgabe erfüllt wurde.
  • Richtigkeit der Information: Sind die gegebenen Informationen sachlich richtig?
  • Aufbau und Struktur: Wie ist die Gliederung und der logische Ablauf der Präsentation?
  • Darreichung: Wie sehr erwecken die Vortragenden das Gefühl, das Thema verstanden zu haben?
  • Sprache: Sind auf den Folien sprachliche Fehler zu finden?
  • Aussprache: Wie gut sind die Vortragenden hinsichtlich ihrer Aussprache zu verstehen?
  • Getaltung der Präsentation: Wie ist die optische Gestaltung der Präsentation?
  • Tonqualität: Da Sie alle einen Screencast produzieren sollen, muss auch die Tonqualität des Films hinreichend gut sein.
  • Reaktion auf Fragen: Wie können die Vortragenden auf Fragen zum Thema im Seminar reagieren?
  • Gesamteindruck: Welchen allgemeinen Eindruck hinterlässt der Screencast?

Pro Kategorie können vier Punkte vergeben werden, vier die Maximalpunkzahl ist. Für jedes Kriterium gibt es somit vier Ausprägungen: 1, 2, 3 und 4. Für jede dieser Ausprägung muss man einen kurzen Text formulieren, der beschreibt, wann die Punktzahl für dieses Kriterium vergeben wird.

Somit erhält man diese Tabelle.

Rubric für die Screencasts

Download (PDF, 49KB)

Rubrics zur Bewertung

Tatsächlich stellen Rubrics eine große Hilfe bei der Benotung von Leistungen dar. Es erlaubt auch, die Kriterien zu wichten. Wenn Sie Rubrics zur Benotung einsetzen sollten Sie jedoch entweder mehr Ausprägungen definieren oder innerhalb der Ausprägungen Abstufungen zulassen, wie es in dieser Abbildung illustriert wird.

rubrics_benotung

Beispiel mit Abstufungen in den Rubric-Kategorien zur besseren Benotung (Klicken Sie für eine größere Darstellung).

Tatsächlich werden zur Bewertung von Prüfungen oft solche Bewertungsschemen eingesetzt, wie z.B. beim TestDaF (mehr dazu in Chita, 2008, Kap. 5.4.2, S. 172ff.)

Rubrics und Bewertungsschemen

Tatsächlich lässt sich das Wort rubric auch mit Bewertungsschema übersetzen. Warum benutze ich jedoch nicht das deutsche Wort? Der Grund dafür ist, dass Bewertungsschemen zwar auch in Kriterien unterscheiden, jedoch selten die Aussprägungen als Texte ausformulieren. Das wird besonders deutlich, wenn man nach Bewertungsschemen recherchiert. Deswegen benutze ich das englische Wort rubrics.

SelbstevaluationRubrics als Mittel zur Selbstevaluation

Wegen ihrer Gestaltung sind Rubrics gut zur Selbstevaluation geeignet. Lernenden können Sie so also helfen, ihre eigenen Produkte zu bewerten und Rückschlüsse auf ihren Lernfortschritt schließen.

Nebenher gestalten Sie so Ihre Bewertung transparent gegenüber Lernenden und deren Eltern.

Weiterführende Literatur

Wenn Sie das Thema interessiert, können Sie hier mehr lesen.

Martin Döpel
Lehrbeauftragter an der FSU Jena. Vater einer Tochter und Promovend. Ich koche gern und fahre gern Rad.

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